PlayStation - Das Fun Magazin
Das PlayStation Fun Magazin erschien von Juni 1999 bis Dezember 2000 und war der direkte Nachfolger des offiziellen PlayStation-Magazins aus dem Hause WEKA. Nachdem der Verlag die offizielle Lizenz verloren hatte, entschied man sich, das Heft unter eigener Flagge weiterzuführen – unabhängig von Sony, aber mit derselben Redaktion und dem Anspruch, weiterhin die führende Informationsquelle für PlayStation-Spieler zu bleiben.
Der Übergang markierte einen Wendepunkt im deutschen PlayStation-Magazinmarkt. Während ein neuer Lizenznehmer das offizielle Magazin mit großem Aufwand und dem Versprechen redaktioneller Erneuerung an den Kiosk brachte, versuchte WEKA parallel, seine etablierte Leserschaft mit einem inoffiziellen Nachfolger zu halten. Damit begann ein kurzer, aber turbulenter Lebenszyklus eines Magazins, das mehrfach seinen Namen, seine Ausrichtung und letztlich seine Identität ändern sollte.
Das Magazin, das keiner wollte aber jeder las
Das ursprüngliche offizielle PlayStation-Magazin hatte sich über die Jahre eine widersprüchliche Reputation aufgebaut. Einerseits wurde es häufig für sein überladenes Layout, ein schwer nachvollziehbares Wertungssystem und eine teilweise unausgewogene redaktionelle Präsentation kritisiert. Andererseits blieb es über lange Zeit hinweg unangefochtener Marktführer.
Trotz der Kritik erreichte das Magazin Rekordauflagen und dominierte den deutschen PlayStation-Magazinmarkt. Die hohe Verbreitung verdankte es nicht zuletzt seiner offiziellen Lizenz, den exklusiven Demo-CDs und seiner frühen Marktpräsenz.
Mit dem Verlust der Lizenz im Juni 1999 wurde aus dem offiziellen Magazin das „PlayStation – Das Fun-Magazin“. Die neue Bezeichnung wirkte auf viele Leser wie ein provisorischer Ersatz und wurde teilweise skeptisch aufgenommen. Dennoch blieb ein großer Teil der Leserschaft zunächst treu, da Redaktion und Inhalte weitgehend unverändert blieben.
Das Namensdilemma
Zwischen Juni 1999 und November 1999 erschien das Magazin zunächst unter dem Titel „PlayStation – Das Fun-Magazin“, um die Verbindung zur bekannten Marke zu erhalten und den Übergang für die Leserschaft möglichst nahtlos zu gestalten. Zum Jahresende folgte eine erste Anpassung: Ab Dezember 1999 wurde das Heft in „PlayStation Fun Magazin“ umbenannt, begleitet von einem umfassenden Relaunch mit neuem Layout, überarbeitetem Wertungssystem und veränderter redaktioneller Ausrichtung.
Im Mai 2000 verschärfte Sony schließlich seine Markenrichtlinien und untersagte nicht offiziell lizenzierten Publikationen die Verwendung des Namens „PlayStation“. Dies zwang den Verlag zu einer erneuten Umbenennung. Fortan erschien das Magazin unter dem Titel „Play Fun Magazin“, womit die direkte Verbindung zur Marke endgültig entfiel.
Diese Entscheidung hatte weitreichende Konsequenzen. Auch die beliebten Demo-CDs verschwanden, da deren Veröffentlichung zunehmend an offizielle Partnerschaften und strengere Auflagen gebunden war. Ohne den bekannten Namen und ohne exklusive Datenträger verlor das Magazin einen wichtigen Teil seiner Identität. Die Veröffentlichung wurde schließlich mit der Ausgabe 12/2000 eingestellt.
Weka: Vom offiziellen PlayStation Magazin zu „PlayStation – Das Fun-Magazin“
Bereits 1996 hatte WEKA mit dem offiziellen PlayStation-Magazin Neuland betreten und das erste deutsche Spielemagazin veröffentlicht, das sich ausschließlich Sonys Konsole widmete. Dank offizieller Lizenz durfte es den Titel „Offizielles PlayStation Magazin“ tragen und entwickelte sich rasch zum Marktführer mit einer monatlichen Leserschaft von mehreren hunderttausend Spielern.
Mit Ablauf des Lizenzvertrags im Jahr 1999 verlor WEKA jedoch die Rechte am offiziellen Titel. In einem Editorial erklärte die Redaktion, dass dies ein üblicher Vorgang im Verlagsgeschäft sei und man die Leser frühzeitig über die Änderungen informieren wolle. Gleichzeitig betonte man, dass sich am Inhalt nichts ändern werde: Die gleiche Redaktion werde weiterhin über Spiele berichten, Tests durchführen und Hintergrundinformationen liefern.
Unter dem neuen Namen „PlayStation – Das Fun-Magazin“ setzte das Team seine Arbeit fort. Auch die beliebten Demo-CDs blieben zunächst erhalten und wurden sogar erweitert – inklusive spielbarer Demos, Videos und einer Cheat-Datenbank. Die Redaktion versprach ihren Lesern, dass das Magazin trotz Namensänderung seine Qualität und seinen Anspruch beibehalten würde.
Parallel dazu brachte der neue Lizenznehmer das offizielle Magazin mit großem Selbstvertrauen auf den Markt und versuchte, das zuvor angeschlagene Image des Marktführers zu erneuern. Während sich der offizielle Titel neu positionierte, existierte mit dem Fun-Magazin plötzlich ein direkter Konkurrent mit derselben redaktionellen Herkunft – ein einmaliger Zustand in der Geschichte deutscher Spielemagazine.
Die Zukunft beginnt: Future Publishing übernimmt
Im September 1999 kam es zu einem weiteren entscheidenden Einschnitt: Future Publishing übernahm die Verantwortung für das Magazin im Rahmen einer größeren Expansion in den deutschen Markt. In einem Editorial wurde Future als international etablierter Verlag vorgestellt, der sich auf hochwertige Spielemagazine spezialisiert hatte und nun auch das deutsche Magazin weiterentwickeln wollte.
Mit der Übernahme erfolgte ein radikaler Neustart. Layout, Wertungssystem, redaktioneller Stil und Leseransprache wurden vollständig überarbeitet. Ziel war es, das Magazin stärker an internationale Standards anzupassen und neu zu positionieren.
Dieser Wandel bedeutete jedoch auch einen Bruch mit der bisherigen Identität. Während das Magazin objektiv an Professionalität gewann, fühlten sich viele langjährige Leser von der neuen Ausrichtung entfremdet. Die vertraute Stimme der Redaktion war verschwunden, und das Magazin verlor zunehmend seine ursprüngliche Zielgruppe.
Innerhalb kurzer Zeit verwandelte sich das einst erfolgreichste PlayStation-Magazin Deutschlands in einen Titel, der um seine Relevanz kämpfen musste.
Ausgaben
Die PlayStation Fun Magazin erschien von mitte 1999 bis Ende 2000 mit direktem Fokus auf Inhalte rund um die PlayStation 1, warf aber gen Ende hin auch einen Blick in die Zukunft mit der PlayStation 2 und baute dessen Themen weiter aus.
Nachfolgend findest du die Ausgaben, übersichtlich nach Jahren sortiert.
1999
2000
Sonderhefte
Auflagen
Das nimmt kein gutes Ende - Die Zahlen im freien Fall
Noch Anfang 1999 erreichte das Magazin eine IVW-geprüfte Auflage von über 176.000 Exemplaren und gehörte damit zu den erfolgreichsten Videospielmagazinen Deutschlands.
Doch bereits im Laufe des Jahres 2000 brach die Auflage dramatisch ein. Ohne offizielle Lizenz, ohne Demo-CD und ohne klare Identität verlor das Magazin zunehmend an Bedeutung. Gegen Ende seiner Laufzeit lag die Auflage nur noch bei geschätzten 20.000 Exemplaren.
Die Redaktion selbst hatte einst optimistisch in die Zukunft geblickt und große Erwartungen an kommende Entwicklungen wie die PlayStation 2 und die internationale Unterstützung durch Future Publishing geknüpft. Doch diese Hoffnungen konnten den wirtschaftlichen Abwärtstrend nicht aufhalten.
Im Dezember 2000 endete schließlich die Geschichte des Magazins, wie so viele andere Publikationen. Mit der Einstellung des Play Fun Magazin verschwand innerhalb weniger Monate ein ehemaliger Marktführer vollständig vom Markt – ein Beispiel dafür, wie stark Lizenzrechte, Markenbindung und redaktionelle Kontinuität über den Erfolg eines Videospielmagazins entscheiden konnten.
Redaktion
Die Redaktion
Für der Erstellung des Magazins waren die gleichen Redakteuere wie noch zu OPM-Zeiten zuständig.
Neue Mitarbeiter kamen zeitweise hinzu, während andere das Team verließen.
Einige wie Fabian Döhla sicherten sich neue Positionen, welcher vom Redakteur zum leitenden Redakteur befördert wurde.
Wolfgang Schädle
Chefredakteur
Jan Binsmaier
Stellv. Chefredakteur
Arthur J. Hoffmann
Redakteur
Fabian Döhla
Leitender Redakteur
Moritz Menzel
Redakteur
Benedikt Plass
Freier Mitarbeiter
Michael Schmithäuser
Redakteur
Thomas Rosato
Redakteur
Markus Hermannsdorfer
Redakteur
Daniel Johannes
Redakteur
Dirk Sauer
Freier Mitarbeiter

